Von der Perlensuche auf dem Arbeitsmarkt: BonnSoir zum Thema Personalführung
140 Unternehmer und Führungskräfte aus der Region Bonn/Rhein-Sieg suchten im Rahmen der BonnSoir Netzwerkveranstaltung am gestrigen Abend Antworten auf Fragen, die die veränderten Gegebenheiten bei der Auswahl, Ausbildung und Qualifizierung junger Mitarbeiter mit sich bringen. Das Bild von der „Perlensuche“ machte unter den Anwesenden schnell die Runde, da die Kluft zwischen den Ansprüchen der Unternehmen und den Fähigkeiten der jungen Generation immer größer zu werden scheint.
In seinem in das Thema einführenden Impulsvortrag stellte Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater und Bestsellerautor aus Bonn, die nach seiner Auffassung in den letzten zwanzig Jahren entstandenen Fehlentwicklungen beim psychischen Reifeprozess von Kindern und Jugendlichen dar. Anhand konkreter Beispiele beschrieb er eindrucksvoll die aus seiner Sicht dafür verantwortlichen gesellschaftlichen Veränderungen. Er verdeutlichte, wie sich diese Defizite zwangsläufig auch auf den betrieblichen Alltag auswirken. Sein Lösungsvorschlag für die anwesenden Unternehmer: Man müsse den betroffenen Jugendlichen bewusst die Chance zum Nachreifungsprozess geben.
Der Moderator des Abends, Karl-Heinz Heinemann, eröffnete danach das Gespräch mit zwei weiteren Podiumsgästen, die und erfolgreiche Wege bei der Qualifizierung junger Menschen gehen. Thomas Gerhard, Geschäftsführer der ARDAU Weinimport GmbH und Gastgeber des Abends, berichtete von seinem Konzept des „Förderns und Forderns“. Erfolgreich wendet er in seinem Unternehmen Konzepte an, in denen den Auszubildenden frühzeitig begreifbar gemacht wird, wie die ihnen übertragenen Tätigkeiten in die Prozesse des Unternehmens eingebunden sind. Die jungen Mitarbeiter werden dadurch befähigt, Konsequenzen und Auswirkungen ihres Handelns frühzeitig abzuschätzen und lernen so Verantwortung zu übernehmen.
Josef Thomas, Initiator von Praxisstationen in Schulen, berichtete von seinem außergewöhnlichen Ansatz zur Qualifizierung von Schülern für handwerkliche Berufe. In den von ihm mit allem notwendigen Werkzeug gestalteten Schulräumen machen Schüler der Klassen 8 bis 10 praktische Erfahrungen, testen berufliche Anforderungen der einzelnen Gewerke und qualifizieren sich so für eine Ausbildung, auch wenn die Noten auf den Schulzeugnissen nicht immer mit den Anforderungen der Unternehmen übereinstimmen. Die Ergebnisse seiner regionalen Initiative sind beeindruckend: Vermittlungsquoten der Jugendlichen von fast 100% und eine hohe Zufriedenheit bei den Ausbildungsbetrieben sprechen für sich.
Die Veranstalter des Abends zeigten sich sehr zufrieden: „Wir haben die Ziele unserer Netzwerkveranstaltungen dank unserer Podiumsgäste und des Engagements unserer Sponsoren erreichen können. Neue Impulse für die anwesenden Unternehmer, konkrete Tipps für den betrieblichen Alltag und eine lebhafte Diskussion zwischen unseren Gästen – dies ist genau das, was wir der regionalen Wirtschaft anbieten möchten, “ zieht Stephan Schwan, 1. Vorsitzender des BonnSoir e.V. und Geschäftsführer der Projektservice Schwan GmbH aus Meckenheim Resümee. Das sich an die Diskussion anschließende Get Together am Buffet bot den anwesenden Unternehmern wie immer die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und mit Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen.
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